Montag, 6. April 2015

Fahrt in Süden

Um 2.30 werde ich wach, das Bett neben mir ist leer. Michael ist schon auf... Das Reisefieber hat ihn wiedermal gepackt. Als er dann reinkommt und seine Nachttischlampe anmacht, weiss ich, an weiterem Schlaf im Bett ist nicht mehr zu denken. Also steh ich auf und mache mich zurecht, packe noch den Rest und trinke sogar noch einen Kaffee.

Bald darau ist das Auto gepackt und los geht's. Es regnet. Die Strassen sind jedoch frei, wenn auch nicht leer. Ich verschlafe fast die ganze Schweizer Seite und die San Bernadino Pass Route und erst als wir Richtung Chiasso fahren werde ich etwas munterer.

Der Tag fängt an zu dämmern,aber auch in Italien ist das Wetter trübe. Nach Mailand nicke ich wieder ein. Bei Bologna wach ich endgültig auf, es geht in die Hügel Richtung Toskana, die Lieblings Rennstrecke meiner Mutter, Madam Schuhmacher.

An rasen ist jedoch nicht zu denken. Kurz nach Florenz fahren wir von der Autobahn ab in die Toskanischen Hügel, an San Gimignano vorbei, einen Hügel hinunter und wieder hinauf.

Als ich schon denke, bald nicht mehr sitzen zu können, sind wir da. Nach San Donato, einem Kleinen Dorf, erreichen wir unser Hotel Casolare Le Terre Rosse. Wir werden sehr nett in gebrochenem Deutsch empfangen und im Gebäudekomplex herumgeführt. Das Hotel hat mehrere Gebäude, welche jedoch durch einen Innenhof und Verbindungsgänge miteineander verbunden sind. Im Innenhof wird im Sommer gespeist, hinter dem Hauptgebäude und der Bar befindet sich der Park mit Swimmingpool und Ping Pong Tischen, Liegestühlen welche bei dem trübnassen Wetter jedoch gar nicht locken. Im Park sind überall grosse grüne Glasflaschen aufgestellt, in denen vielleicht früher einmal Wasser oder Wein gelagert wurden - sieht sehr dekorativ aus. Überhaupt ist alles sehr gepflegt und nett dekoriert. Schnell war das Auto ausgepackt und sogleich ging Michael schlafen....ich auch, denn so ein Autoschlaf ist einfach nicht wirklich erholsam.

Als wir aufwachen, schüttet es. wir organisieren unser Wifi und machen uns fertig für das erste Abendessen. Das Restaurant befindet sich im Keller und hat eine Gewölbeartige Decke. Es ist frisch und Michael holt sich einen Pullover. Da wir kein Mittagessen Genossen hatten schlagen wir zu.

1. Gang: beide ergötzen wir uns an gegrilltem Gemüse mit Frischkäse...warm und alles angeblich aus der Gegend... Wo die um diese Zeit allerdings Pepperoni, Zucchetti und Aubergine finden wollen ist mir schleierhaft. Dennoch es war himmlisch.

Dann haben wir uns einen Teller Tagliolini mit roter Zichorie und gelber Zucchetti geteilt... Auch sehr gut. Danach gab es ein wirklich erstaunlich zartes Filetto Di Manzo vom Grill mit saugten, weissen Bohnen und nicht so berauschenden Kartoffeln mit Rosemarin. Ein Vino Nobile Di Montepulciano -La Braccesca- rundete alles ab.

Am Nebentisch sitzt ein deutscher Professor, oder so sieht er zumindest aus. Gross, schlaksig, etwas zerzaustes Haar, Typ der nicht wirklich erwachsen werden will und dennoch etwas Autorität ausstrahlt.

Er wird begleitet von einer deutlich jüngeren italienischen Dame, die viel erwachsener erscheinen will, als sie ist. Nehme an sie ist seine Assistentin oder Studentin. Sie ist klein, trägt jedoch hohe Stilettos, ihr langes Haar wallend offen und schmachtet ihn an. Wirklich, was die an dem Lulatsch findet, weiss ich nicht.

Michael witzelt, dass wohl zu Hause die Ehefrau mit Kindern wartet und der Herr Professore vorgibt in Italien einen Kongress besuchen zu müssen.

Vollgefressen und müde gingen wir um 22.00 Uhr ins Bett.

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